Aus dem Kreiskommando

5 Fragen an…

Kreisgeschäftsführer und Brandabschnittsleiter West Florian Graf

Der Abschnittsleiter

Der Landkreis Wolfenbüttel ist in zwei Brandabschnitte eingeteilt, den Abschnitt Ost mit dem Abschnittsleiter Markus Rischbieter und den Abschnitt West, in dem Florian Graf als Abschnittsleiter tätig ist.

Wer ist dieser Florian Graf, der in Personalunion auch Geschäftsführer des Kreisfeuerwehrverbands Wolfenbüttel ist?

Langjährige Weggefährten, die ihn seit dem Beginn seiner Feuerwehrkarriere in der Jugendfeuerwehr kennen, beschreiben ihn als einen teamfähigen und loyalen Mitstreiter, der sich immer um seine Kameraden und Kameradinnen kümmert, wenn sie mit ihren Anliegen zu ihm kommen. Er geht offen und mit großem Selbstbewusstsein auf seine Mitmenschen zu und hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

Er ist sehr fleißig und belesen und lässt andere gerne an seinem Wissen teilhaben. Florian ist ein Individualist mit einem treffsicheren schwarzen Humor. Trotz seiner manchmal etwas einschüchternden Rhetorik, ist er definitiv einen zweiten Blick wert.

5 Fragen an: Florian Graf (Abschnittsleiter West)

Wann und warum bist Du in die Feuerwehr eingetreten?

Mein Weg zur Feuerwehr war sozusagen „familiär Vorgeprägt“. Da sowohl mein Onkel und mein Opa aber vor allem mein Vater, als mein großes Vorbild, bei der Feuerwehr war, stand für mich schon immer fest, dass auch ich so schnell es geht dieser Truppe beitreten möchte. Mit 10 Jahren bin ich dann auch ruck zuck in die Jugendfeuerwehr eingetreten – eine Kinderfeuerwehr gab es ja zu der Zeit leider noch nicht. Und bisher konnte mich Nichts und Niemand dazu bewegen meine Austrittserklärung zu unterschreiben.

Welches waren deine Stationen in der Feuerwehr?

Wie schon erwähnt bin ich mit 10 Jahren in die Jugendabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Wolfenbüttel – Ortsfeuerwehr Wendessen eingetreten. Einer meiner damaligen Jugendwarte war im Übrigen der amtierende Stadtbrandmeister Olaf Glaeske. Der weitere Werdegang war in den ersten Jahren dann wie bei den meisten anderen Kameraden auch: Leistungsspange mit 16 und Übertritt in die Einsatzabteilung. Es folgten die üblichen Lehrgänge: Grundausbildung (heute Truppmann Ausbildung Teil 1 und Teil 2), technische Lehrgänge an der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Schladen (Funker-, Maschinisten- und Atemschutzgeräteträgerausbildung) und über die Jahre viele weitere Lehrgänge an der niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz in Celle und in Loy. In der Ortsfeuerwehr Wendessen wurden mir nach dem Übertritt in die Einsatzabteilung relativ schnell Posten wie Schriftführer und Gruppenführer anvertraut, die ich auch über einen langen Zeitraum ausgeführt habe. 2007 habe ich dann den Posten des Ortsbrandmeisters in Wendessen übernommen. Leider musste ich dieses Amt 2015 mit Übernahme des Abschnittsleiter-Postens wieder abgeben. Zum Glück konnte ich das Amt des Ortsbrandmeisters in gute Hände geben, was mir den Abschied leichter gemacht hat. Mitglied der Feuerwehr Wendessen bin ich allerdings immer noch, auch wenn mir die Arbeit als Abschnittsleiter und Geschäftsführer des Kreisfeuerwehrverbands Wolfenbüttel e.V. nicht allzu viel Zeit lassen, mich an den Diensten dort zu beteiligen. Aber glücklicher Weise habe ich sehr verständnisvolle Kameradinnen und Kameraden und eine ganz liebe Ortsbrandmeisterin… danke!

Da ich kein großer Fan der Bunderwehr war, habe ich zudem meinen Ersatzdienst bei der technischen Einsatzleitung (TEL) des Landkreis Wolfenbüttel gemacht und war auch bis Anfang 2018 dort tätig. Mittlerweile musste ich mein Engagement nach über 20 Jahren dort leider einstellen, da es sich nicht so recht mit den Tätigkeiten eines Abschnittsleiters vereinbaren ließ.

Was hat dich motiviert, das Amt des Abschnittsleiters zu übernehmen?

Ich finde es grundsätzlich immer spannend sich neuen Aufgaben und Herausforderungen zu stellen und mit dem Posten des  Abschnittsleiters bot sich für mich die Möglichkeit, mich feuerwehrtechnisch nochmal etwas weiter zu entwickeln, das Thema „Feuerwehr“ aus anderen Blickwinkeln zu betrachten und die Entwicklung auf Kreisebene intensiver mit zu gestalten. Im Vorfeld habe ich einige Gespräche mit meiner Frau geführt, denn die Familie muss bei sowas schon mitziehen. Zum Glück unterstützt mich meine Familie, vorne weg meine Frau Sandra, bei meinem Hobby „Feuerwehr“ voll und ganz. Auch mit dem Kreisbrandmeister Tobias Thurau habe ich vor meiner Kandidatur zum Abschnittsleiter gesprochen um zu erfahren, welche Aufgaben mich erwarten und was für Erwartungen er an mich als einen seiner Stellvertreter hat. Da alle Gespräche zu einem für mich zufriedenstellenden Ergebnis führten, stand meine Entscheidung mich zur Wahl zu stellen fest. Der Rest ist Geschichte.

Wie viele Stützpunkt- und Ortsfeuerwehren gibt es neben der Schwerpunktfeuerwehr in Wolfenbüttel im Brandabschnitt West?

Neben der Schwerpunktfeuerwehr in Wolfenbüttel gibt es im Brandschutzabschnitt West des Landkreis Wolfenbüttel 8 Stützpunktfeuerwehren und 36 Feuerwehren mit Grundausstattung. Insgesamt sind es somit 45 Ortsfeuerwehren mit über 1500 Kameradinnen und Kameraden in den Einsatzabteilungen.

Wo siehst Du dich in 10 Jahren?

Da, wo ich mich aktuell feuerwehrtechnisch befinde, bin ich derzeit sehr zufrieden. Die Zusammenarbeit auf Kreiseben ist erfolgreich und macht Spaß. In dem Team mit Tobias Thurau, Markus Rischbieter als Abschnittsleiter Ost und Olaf Glaeske als direkter Ansprechpartner beim Landkreis fühle ich mich gut aufgehoben. Man kann vieles bewegen und seinen Einfluss zum Vorteil der Feuerwehren nutzen. In Alexander Steek habe ich zudem einen Stellvertreter, auf den ich mich verlassen kann und der mir, wenn nötig den Rücken freihält.

Auch die Kommunikation und Kooperation mit den Funktionsträgern der Kreisfeuerwehr ist ebenso wie mit meinen Gemeindebrandmeistern bzw. dem Stadtbrandmeister und deren Stellvertretern sehr harmonisch. Da kann ich mich definitiv nicht beklagen.

Eine Übernahme des Kreisbrandmeisterpostens kommt für mich nicht in Frage. Meines Erachtens ist der Posten mit Tobias derzeit gut besetzt und ich hoffe, dass das auch noch eine lange Zeit so bleiben wird. In Tobias Fußstapfen zu treten, ohne darin gnadenlos zu versinken, wäre zudem eine extreme Herausforderung. Des Weiteren könnte ich die Aufgaben eines Kreisbrandmeisters nur schwerlich mit Familie und Beruf unter einen Hut bekommen. Also werde ich jetzt erstmal eine erfolgreiche erste Amtszeit als Abschnittsleiter bis Oktober 2022 anstreben und dann sehen wir weiter. Aktuell steht noch die Neustrukturierung der Gefahrguteinheiten an und auch das Thema „Achtung Funkalarm“-Online braucht Zeit um erfolgreich durch zu starten. Auch für die nächsten Jahre sind noch etliche Aufgaben auf unserer To-Do-Liste abzuarbeiten… langweilig wird mir daher sicherlich nicht.